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Überwachung von Prozessbädern und Produktionsparametern mit iLIMS

Mehr Transparenz, höhere Datenqualität und automatisierte Laborprozesse

Unser Kunde Rohde & Schwarz betreibt am Werk Teisnach eine hochspezialisierte Leiterplattenfertigung, die Prototypen, Funktionsmuster und Serienteile für unternehmenseigene Produkte sowie externe Kunden liefert. Auf modernen, weitgehend automatisierten Produktionsanlagen werden konventionelle Multilayer-, sequenziell aufgebaute sowie HDI-Leiterplatten gefertigt. Dazu zählen auch komplexe HF-Multilayer auf Basis von FR4-, PTFE- und keramischen Materialien. Diese sind ausgelegt für höchste Qualitäts- und Zuverlässigkeitsanforderungen.


Werk Teisnach Rohde & Schwarz
  • Logo Rohde & Schwarz

    Kundeninformation

    Betriebslabor eines Herstellers von Leiterplatten


    Branche: Elektronik / Galvanik

  • Fertigung Rohde & Schwarz

    Projektzeitraum

    Projektstart: April 2019


    Echtstart: Herbst 2020

  • Fertigung Rohde & Schwarz

    Einsatzbereich

    Überwachung chemischer Prozessbäder sowie spezieller Parameter aus der Produktion (z. B. Querschliffdaten)

Herausforderung

In der Leiterplattenproduktion müssen chemische Prozessbäder kontinuierlich überwacht werden, um stabile Fertigungsbedingungen und eine gleichbleibend hohe Produktqualität sicherzustellen.


Das Betriebslabor führt dazu dreimal täglich Proben je Entnahmestelle im Rahmen eines festen Untersuchungsplans durch.

Vor der Einführung von iLIMS waren viele Prozesse nur teilweise digitalisiert:

  • manuelle Excel-Auswertungen
  • getrennte Systeme für Labor und Qualitätsdaten
  • begrenzte Transparenz über Analysen und Grenzwertverletzungen
  • aufwendige Pflege der bestehenden Lotus-Notes-Datenbanken
  • hoher Zeitaufwand für Reports und Auswertungen


Gesucht wurde eine Lösung, die Laborprozesse automatisiert, Daten zentral verfügbar macht und die Nachvollziehbarkeit verbessert.

Konkrete Umsetzung unserer Lösung

Die Einführung von iLIMS erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Qualitätsmanagement des Unternehmens. Der verantwortliche QM-Mitarbeiter auf Kundenseite begleitete das Projekt intensiv und arbeitete gemeinsam mit dem Projektteam daran, die komplexen Anforderungen des Betriebslabors Schritt für Schritt in eine stabile und weitgehend automatisierte Systemlösung zu überführen.


Dabei zeigte sich bereits sehr früh, dass einige besondere Rahmenbedingungen aufgrund der vorhandenen Infrastruktur vor Ort berücksichtigt werden mussten. Gleichzeitig stellte die Organisation der Probenahme hohe Anforderungen an die Prozesse im Labor.



Effiziente Organisation der Probenahme:

An jeder Entnahmestelle werden täglich drei Proben genommen. Um diesen Prozess effizient und fehlerarm zu gestalten, wurde ein Barcode-gestütztes System eingeführt.

Dabei gilt:

  • Jede Entnahmestelle verfügt über feste Barcodes auf den Probengefäßen
  • Im System ist immer nur eine Probe aktiv
  • Ein Scan-Script erkennt automatisch die richtige Probe beim Scannen
  • Falls mehrere Proben gefunden werden, öffnet sich automatisch ein Popup zur Auswahl der Entnahmestelle
Dadurch bleibt der Probenworkflow für die Mitarbeiter einfach und sicher – auch bei einer hohen Anzahl täglicher Proben.


Automatische Berechnung von Chemikalienzugaben:

Ein zentraler Bestandteil der Lösung ist die automatisierte Unterstützung bei der Badsteuerung. Wenn Messwerte definierte Grenzwerte überschreiten, berechnet iLIMS automatisch die erforderliche Zugabemenge von Chemikalien.

Die Berechnung basiert auf:

  • Täglich gemessenen Analysenergebnissen
  • In den Stammdaten hinterlegten Richtwerten
  • Volumen der jeweiligen Entnahmestelle
Dadurch können notwendige Badkorrekturen schnell und nachvollziehbar durchgeführt werden.


Integration in die bestehende SAP-Landschaft:

Für die Anbindung an SAP konnte ein vorhandener Webservice genutzt werden. Im Zuge der Implementierung wurde eine Erweiterung der Schnittstelle initiiert.

Die Lösung:

  • Über die Konzernzentrale in München wurde ein Request zur Schnittstellenanpassung ausgelöst
  • Die technische Umsetzung erfolgte im weiteren Projektverlauf
  • Der laufende Betrieb konnte währenddessen sichergestellt werden
Dadurch konnte das Projekt planmäßig umgesetzt werden.


Fertigung Rohde & Schwarz
Fertigung Rohde & Schwarz

Transparenz durch Dashboards:

Um Grenzwertverletzungen schnell erkennen zu können, wurden übersichtliche Dashboard-Anzeigen eingerichtet.

Diese bieten:

  • Anzeige der aktuellen Messdaten je Anlage
  • Sofort sichtbare Grenzwertverletzungen
  • Direkte Anzeige der erforderlichen Chemikalienzugaben
Ein spezielles Dashboard-Gadget aktualisiert sich automatisch alle fünf Minuten und zeigt unmittelbar an, wenn Grenzwerte überschritten werden oder Chemikalienzugaben erforderlich sind. Dadurch können die verantwortlichen Mitarbeiter schnell reagieren und entsprechende Maßnahmen einleiten.


Dashboard iLIMS Rohde & Schwarz
Fertigung Rohde & Schwarz
Fertigung Rohde & Schwarz

Erfolgsfaktor: intensive Zusammenarbeit

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Projekt war die enge Zusammenarbeit zwischen Labor, Qualitätsmanagement und Projektteam. Da die Automatisierung der Prozesse eine zentrale Rolle spielte, wurden umfangreiche Schulungen direkt vor Ort durchgeführt.


Besonders wertvoll war dabei das Engagement auf Kundenseite: Drei Mitarbeiter standen während des Projekts intensiv für die Analyse der bestehenden Prozesse sowie für die Konfiguration und Optimierung der Automatisierungen zur Verfügung. Durch diese enge Zusammenarbeit konnten viele Anforderungen praxisnah umgesetzt und optimal an die realen Arbeitsabläufe angepasst werden.

Digitale Laborprozesse mit iLIMS

Mit der Einführung von iLIMS wurde schließlich ein zentrales Labor-Informations-Management-System etabliert, das den gesamten Laborworkflow digital abbildet. Dazu gehören unter anderem die automatisierte Untersuchungsplanung, eine strukturierte Probenahme und Probeneingangserfassung, die digitale Ergebniserfassung sowie die automatische Überwachung von Grenzwerten inklusive Meldung bei Abweichungen.

Darüber hinaus konnten erstmals verschiedene Datenquellen in einem zentralen System zusammengeführt werden – darunter das Analytiklabor, das Querschlifflabor sowie Qualitätsdaten aus der Fertigung. Dadurch entstand eine durchgängige Datenbasis, die Labor, Qualitätssicherung und Produktion miteinander verbindet und eine deutlich bessere Transparenz über die Produktionsprozesse ermöglicht.

Bilder: © Rohde & Schwarz

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